Veröffentlicht am 19. Januar 2024 in Branche & Mehr.

Eben nicht wie alle Jahre wieder

Die Aussichten für 2024 sind spannend

Das begonnene Jahr 2024 kann wahrscheinlich passender nicht umrissen werden als mit den Worten von Herbert Grönemeyer: Bleibt alles anders. Bestimmte Entwicklungen und Neuigkeiten zeichnen sich derweil ab und es gilt, dabei so gut es geht das Heft selbst in die Hand zu nehmen.

Was war das für ein Endspurt auf der Zielgeraden von 2023. Dass das „Heizungsgesetz“ wieder kippen würde, war kaum anzunehmen, trotz des Haushaltslochs von 17 Mrd. €. Der politische Schaden wäre für die Ampel, jetzt nach der Groteske des vergangenen Jahres das Heizungsgesetz wieder zurückzunehmen, zu groß. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG, “Heizungsgesetz“) wird nicht umgeworfen und die Vorgaben bleiben bestehen. Auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) wird bestehen bleiben, denn sie soll ja das im GEG festgelegte förderungstechnisch flankieren. Allerdings wird auch sie im Zuge der Einsparungen gegenüber dem Beschluss im November verändert.

Eine unglaubliche Litanei

Im Raum steht die Kürzung des angekündigten BEG-Klimageschwindigkeitsbonus von angekündigten 25 auf nun angekündigte 20 %. Außerdem kann es das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) offenbar nicht lassen, zum wiederholten Male für Biomassefeuerungen die Einschränkungen wieder aus der Büchse zu holen, die es bereits schon zweimal verwerfen musste. Beim ersten Mal bei den Verhandlungen ums Heizungsgesetz, beim zweiten Mal bei den Verhandlungen um die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG): Für Biomassefeuerungen soll der Geschwindigkeitsbonus jetzt nur dann gezahlt werden, wenn sie mit einer Solarthermieanlage, Wärmepumpe oder PV-Anlage kombiniert werden, mindestens für die Warmwasserversorgung. Dieses wiederholte Vorgehen des BMWK lässt sich nur noch als ideologisch-renitent bezeichnen. Diese anhaltende Ungewissheit in vielen Punkten ist weder für die Heizungsindustrie schön, noch für uns SHKler und natürlich erst Recht nicht für euch, die Klarheit haben wollt. Wir werden euch aber auch 2024 mit Rat und Tat zur Seite stehen und euch auf dem Laufenden halten. Die Branchenentwicklung zeigt trotzdem, dass die Nachfrage nach neuen Heizsystemen wächst, insbesondere nach Wärmepumpen.

Neue Austauschpflichten

Was Fakt ist: Das neue GEG ist seit dem 1.1.2024 in Kraft. Damit greift seitdem auch der §72 „Betriebsverbot für Heizkessel, Ölheizungen“. Hier seine Bestimmungen: Eigentümer von Gebäuden dürfen ihre Heizkessel, die mit einem flüssigen oder gasförmigen Brennstoff beschickt werden und vor dem 1.1.1991 eingebaut oder aufgestellt worden sind, nicht mehr betreiben. Solche, die ab dem 1.1.1991 eingebaut wurden, dürfen maximal 30 Jahre laufen. Die ersten 1991er Geräte wären also genau genommen schon 2021 fällig gewesen. Aber für beide Bestimmungen gibt es Ausnahmen: Ausgenommen vom Verbot sind Niedertemperatur-Heizkessel und Brennwertkessel (sowie heizungstechnische Anlagen, deren Nennleistung weniger als 4 kW beträgt).

Bad jetzt dran?

Aber vielleicht hat der eine oder andere von euch auch ein anderes Thema als die Heizung für 2024 auf dem Schirm. Was habt ihr euch vorgenommen, was 2024 bei euch in euren vier Wänden gemacht werden müsste oder sollte? Vielleicht ist es unter den gegebenen Umständen dann doch das Bad, das der eine oder andere von euch endlich angehen will. Stichworte sind hier z. B. Barrierefreiheit oder z. B. auch neue Armaturtechnik am Markt, die in Richtung berührungsfreie Bedienung geht. Teilsanierungen sind genauso machbar wie die komplette Gestaltung neuer Bäder.

Keine Hände in den Schoß Am Ende einer kleinen Vorausschau hier bei uns auf das anstehende Jahr, mit dem jeder individuell seine Hoffnungen, Wünsche und Ambitionen verbindet, ist es natürlich eine Binsenweisheit zu sagen: Wir wissen alle nicht, was kommt. Jeder von uns weiß, dass das so ist, aber in einem gewissen Umfang und Grad können wir auch selbst steuern, wie das Jahr wird und das, was kommt. Die Hände in den Schoß zu legen, auch angesichts der anhaltenden Konflikte auf dieser Welt, ist sicher keine gute Maßnahme. Packen wir’s gemeinsam an! Die Aussichten sind auf jeden Fall spannend.

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